Exhibition Wälderhaus Hamburg

30.01.18 – Hamburger Abendblatt

Wälderhaus: Trash to Treasure

Das Wälderhaus in Wilhelmsburg zeigt eine neue Ausstellung zum Thema Upcycling: Trash to Treasure.

Wilhelmsburg.  Das Thema Upcycling ist im Wälderhaus in Wilhelmsburg schon länger präsent. Dabei werden zum Beispiel aus Plastikmüll neue Gebrauchsgegenstände hergestellt, die hochwertiger oder vielseitiger sind als das ursprüngliche Produkt. Das ganz lässt sich natürlich auch zur Kunst erheben.

“Trash to Treasure” – vom Müll zum Schatz – heißt die Ausstellung im Wälderhaus der südafrikanischen Künstlergruppe Magpie und anderen Künstlern, die ab sofort und noch bis Anfang Mai zu sehen ist. Wer meint “einfache” Upcycling-Kunst vorzufinden, wird erstaunt sein. “Schön, hochwertig, einzigartig und inspirierend”, schwärmt Simon Williams, Kurator der Trash to Treasure und Direktor von “The Ballery” in Berlin.

Und er hat Recht: Die hochwertigen Leuchter faszinieren durch ihre Schönheit und Einzigartigkeit und vermitteln dem Betrachter das Gefühl “des Habenwollens”. Auch Barack Obama kaufte einen recycelten Kronleuchter des Künstlerkollektivs Magpie aus Südafrika für das Schlafzimmer seiner Tochter im Weißen Haus – für 4.400 Dollar.

Magpie wurde 1998 gegründet mit dem Ziel Kunst, Design und Handwerk mit nachhaltigen Konsum und sozialem Engagement zu verbinden und dabei vor allem Umweltaspekte zu berücksichtigen. So finden zum Beispiel vom Meer an den Strand gespülte PET-Flaschen ihren Weg zu einem hochwertigen Beleuchtungskörper. Magpie heißt auf Deutsch Elster. Wenn Elstern helfen, die Strände von Plastikmüll zu befreien, dann sollen sie weitermachen.

Nachhaltiger Konsum, saubere Meere sind Bestandteile der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Mit dieser Ausstellung, welche die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Hamburg im Rahmen des Projektes RENN.Nord (Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien Norddeutschland) zeigt, soll gezeigt werden, wie Abfall sinnvoll und ästhetisch genutzt werden kann. Es bietet sich ein optischer Genuss, der gleichzeitig nachdenklich stimmen soll.

Aber nicht nur die Lichtkunstobjekte faszinieren, auch Kunstobjekte aus Kuba, die aus geschichteter Pappe sowie Kartonagen eine dreidimensionale Holzoptik erlangen, eine Fotografie mit einer banalen Plastiktüte im Baum oder neu kreierte Strukturen und Oberflächen aus alte Magazinen und Zeitungen, ziehen die Besucher in ihren Bann.

Es entsteht eine Transformation. Materialen, wie zum Beispiel Plastik, bekommen einen neuen Kontext und dadurch eine neue Wertigkeit. Gebrauchte, ausgediente Spielzeuge, Knöpfe oder Bruchglas werden zu wertvollen Kunst- und Gebrauchsgegenständen. So gelangt der vermeintliche Abfall wieder in den Kreislauf und bekommt einen neuen Sinn.

Plastik, die neue Ressource von morgen? Die Botschaft der Künstler bleibt indessen unverändert: Die Achtung vor der Natur und die Sichtbarmachung der Verletzlichkeit.

Die Ausstellung läuft vom 27.01. bis 2.5.2018, Vernissage ist am 26.01.2018, 19 Uhr

From the newspaper Hamburger Abendblatt:

The Wälderhaus in Wilhelmsburg is showing a new upcycling exhibition: Trash to Treasure.

Wilhelmsburg. The topic of upcycling has been around for some time in the Wälderhaus in Wilhelmsburg. For example, plastic items are used to make new everyday items that are higher quality or more versatile than the original product. Of course, that can also be elevated to art.

“Trash to Treasure” is the title of the exhibition in the Wälderhaus of the South African artist group Magpie and other artists, which can be seen from now until the beginning of May. Anyone who thinks of finding “simple” upcycling art will be amazed. “Beautiful, high-quality, unique and inspiring,” enthuses Simon Williams, curator of the Trash to Treasure and director of “The Ballery” in Berlin.
And he is right: The high-quality candlesticks fascinate with their beauty and uniqueness and convey to the viewer the feeling of “wanting to have”. Even Barack Obama bought a recycled chandelier from the artist collective Magpie from South Africa for the bedroom of his daughter in the White House – for $ 4,400.

Magpie was founded in 1998 with the aim of combining art, design and craftsmanship with sustainable consumption and social commitment, taking environmental aspects into account. For example, PET bottles washed from the sea to the beach find their way to a high-quality lighting fixture. Magpie means magpie in German. If magpies help liberate the beaches from plastic waste, then they should continue.

Sustainable consumption, clean seas are part of the United Nations’ 17 Sustainable Development Goals. This exhibition, which shows the Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Hamburg as part of the project RENN.Nord (Regional Network for Sustainability Strategies Northern Germany), will show how waste can be used meaningfully and aesthetically. It offers an optical pleasure that should be thoughtful at the same time.

But it is not only the lighting art objects that fascinate, but also works of art from Cuba, which obtain a three-dimensional wood look from laminated cardboard and cardboard, a photograph with a trivial plastic bag in the tree or newly created structures and surfaces from old magazines and newspapers, captivate the visitors.

It creates a transformation. Materials, such as plastic, get a new context and thus a new value. Used, worn-out toys, buttons or broken glass become valuable art and everyday objects. Thus, the supposed waste gets back into the cycle and gets a new meaning.

Plastic, the new resource of tomorrow? The message of the artists, however, remains unchanged: the respect for nature and the visualization of vulnerability.